Das Kapitel Metamorphose aus dem Science Fiction Die Nexus-Maschine beschreibt die geheimnisvolle Verwandlung von Daniel in eine Frau.
Der Ingenieur Daniel Rossignol reist mit einem Forschungsteam ans andere Ende der Galaxis auf den Planeten Collinda, wo er einen Job bei der Entwicklung einer fantastischen Maschine angenommen hat.
Das ‚Projekt Elysium‘ hat das Ziel, das ultimative Verständnis von menschlicher Identität zu erreichen, indem es die technische Möglichkeit eröffnet, durch die Verknüpfung der Wahrscheinlichkeiten in parallelen Universen die Realität zu modifizieren.
Allein die körperlichen Veränderungen, die sich mit dieser ‚Nexus-Maschine‘ programmieren lassen, sind fantastisch und die Firma Aeternitas wittert ein enormes Geschäft wohlhabender Kundinnen und Kunden, die viel Geld für Körpergestaltung und die Umkehr natürlicher Alterungsprozesse ausgeben.
Daniel wird von Neugierde und einer tiefen, persönlichen Sehnsucht getrieben und beschließt, die Technologie des Projektes selbst auszuprobieren und sich von der Nexus-Maschine verjüngen zu lassen und landet im Körper eines Mädchens.
Mithilfe ihres Freundes Jean-Michel versucht sie, die Ursache der merkwürdigen Verwandlung herauszufinden, und sie stoßen dabei auf Beweise für üble Geschäfte.
Ich hatte mich schnell wohnlich eingerichtet und begann wenige Tage später, in dem Forschungslabor zu arbeiten.
Nun hatte ich auch Zugriff auf die vertraulichen Dokumente des ‚Projekt Elysium‘ und ich las mit Begeisterung über den Stand der Arbeiten, die hier am anderen Ende der Galaxis durchgeführt wurden.
Was Jeanine aufgeschnappt hatte, war nicht nur eine Geschichte, die man sich unter Weltraumreisenden erzählte, wie das Seemannsgarn, das Seefahrer vor Hunderten von Jahren spannen, um die Geschichten ihrer abenteuerlichen Reisen immer noch ein wenig aufregender und fantastischer zu machen.
„Wir können das Kontinuum aus Zeit und Raum falten“, erklärte mir Tatiana Ozimek, die einen Doktor in Theoretischer Physik besaß, „mit der Nexus-Maschine haben wir Zugriff auf alle existierenden parallelen Universen und haben einen Weg gefunden, ihre Wahrscheinlichkeiten mit denen unseres Universums zu verknüpfen.“
„Den Raum falten? Das klingt nach einer ziemlich einfachen Methode“, scherzte ich.
Dr. Ozimek sah mich giftig an. „Das ist alles andere als einfach“, erklärte sie mir mit eiskalter Stimme, „allein die Herleitung der Theorie hat mich vier Jahre meiner Forschungsarbeit gekostet. Für die praktische Umsetzung hat sich Aeternitas die brillantesten Köpfe des bekannten Universums hierher geholt. Meine Theorie ist mindestens so bedeutsam wie Einsteins Relativitätstheorie und der Nutzen deutlich größer. Schließlich gibt es rentablere Dinge, als Plutonium in Energie zu verwandeln, um irgendeine Zivilisation auszurotten.“
„Und es funktioniert wirklich?“ fragte ich sie erstaunt.
„Absolut“, antwortete sie, „na ja, im Augenblick sind wir in einer frühen Prototyping-Phase. Die Bedienung des Steuerprogramms ist noch recht… rudimentär. Aber man kann die Programmbefehle aller Funktionen auch über die Kommandozeile aufrufen, wenn man die Funktionsparameter kennt.“
„Und das ist vollkommen ungefährlich?“ fragte ich sie, „oder sind Wechselwirkungen mit den verlinkten Parallelwelten bekannt?“
„Das werden wir in unserem Integrationstest ausführlich testen“, meinte sie, „es gehört nicht zu Firmenpolitik von Aeternitas, sich in die Angelegenheiten paralleler Welten einzumischen. Vielleicht ist es dann deine Aufgabe, dich um den Test zu kümmern. Die Spezifikation dazu haben wir mit einem unserer KI-Bots erstellt, doch sie ist eine kleine Herausforderung.“
„Das kann ich mir vorstellen“, grinste ich, „kann ich die Machine sehen?“
„Sicher“, antwortete sie, „je eher du dich damit beschäftigst, desto schneller kommen wir mit dem Projekt weiter.“
* * *
Aeternitas hatte sich die Ausstattung der Forschungseinrichtung viel Geld kosten lassen und nicht nur die brillantesten Köpfe der einzelnen Disziplinen ins Team geholt, sondern auch das neuste Modell eines Supercomputers für das Rechenzentrum des Instituts nach Collinda geliefert.
Das Labor, in dem der Prototyp der Maschine stand, lag im Zentrum der Forschungseinrichtung, umgeben von den Entwicklungsabteilungen der einzelnen Komponenten.
Hier wirkte alles klinisch rein. Die Wände leuchteten in einem schwachen, bläulichen Schimmer, der aus unsichtbaren Quellen zu kommen schien. Ein sanftes Summen erfüllte den Raum und vor mir erhob sich die futuristische Maschine, ein Monument aus schimmerndem Metall mit durchsichtigen Panels, durch die man in ihr Inneres sehen konnte.
In sanftem Blau pulsierte die Energiequelle der Stromversorgung, so dass man den Eindruck bekam, dass das Gerät in einem ständigen Dialog mit seiner Umgebung stand.
Die Oberfläche war makellos glatt, abgesehen von winzigen, netzartigen Gravuren, die wie filigrane Adern über die Metallhülle verliefen und im Takt der Energiequelle aufglühten.
Im Inneren der Maschine war ein zentraler Kern sichtbar, umgeben von einem Geflecht aus Röhren, Kabeln und Leiterbahnen, die in einem organischen Muster angeordnet waren. Die Röhren führten zu mehreren, schwebenden Kapseln, die von elektromagnetischen Feldern gehalten wurden. Jeder dieser Behälter enthielt eine seltsame, schimmernde Substanz, deren Herkunft ich mir nicht einmal vorstellen konnte.
In einem Augenblick leuchteten die Symbole auf dem Touchscreen auf, unverständliche Schriftzeichen in einer außerirdischen Sprache.
Der obere Teil der Maschine schwebte scheinbar schwerelos über dem Boden, gehalten von unsichtbaren Magnetfeldern, die ein leises Brummen erzeugten.
„Die Maschine sieht wirklich fantastisch aus“, sagte ich zu ihr, „aber kann sie wirklich den menschlichen Körper transformieren? Ich würde sie gerne mal in Aktion sehen!“
„Sicher“, antwortete Tatiana, „lass uns eine einfache Veränderung programmieren.“
Sie tippte einige Befehle ein, die für mich nicht wirklich verständlich waren. Dann verband sie sich selbst mit der Maschine.
„Ich werde einfach meine Haarfarbe ändern“, erklärte sie mir, „ich bin jetzt sowieso lange genug blond gewesen. Dazu habe ich die Kommandos in der Steuerdatei geändert. Nun starte ich die Transformation indem ich start transaction redhead eingebe und mit Return bestätige.“
Sie tippte das Kommando ein und startete das Programm. Blaue Lichter auf der Steuerkonsole begannen zu blinken und ein geheimnisvolles Summen erklang.
Kurze Zeit später konnte ich das Ergebnis der Transformation betrachten. Statt der kurzen, blonden Haare schmückten lange, rotgelockte Haare jetzt ihren Kopf.
„Wow, das geht ja schneller, als den Friseur zu besuchen“, staunte ich.
„Ja, und ist viel bequemer“, antwortete sie, „noch drastischer ist der Vorteil bei aufwändigeren Änderungen. Anstatt Brüste mit Silikon zu vergrößern, lässt sich diese kosmetische Verbesserung einfach mit ein paar Kommandos programmieren. Bauch, Po und Beine – alles lässt sich auf die gewünschten Maße bringen, ohne Workout, Diät oder Fettabsaugen.“
„Dann werden die Schönheitsfanatiker und Supermodels bald regelmäßig nach Collinda pilgern, wenn es sich auf der Erde und herumspricht.“
„Exakt“, grinste Tatiana, „Aeternitas plant bereits ein riesiges Wellnesshotel mit Seeblick. Na, Lust auf eine kleine Korrektur? Deine Schläfen werden schon langsam etwas grau. Oder wolltest du schon immer einen größeren Schwanz haben? Die Kommandos habe ich noch irgendwo gespeichert.“
„Nein danke“, antwortete ich, „auch wenn die Versuchung groß ist. Das einzige, was ich mir hin und wieder wünsche, wäre ein paar Jahre jünger zu sein. Noch einmal Fünfundzwanzig zu sein, wäre cool.“
Ich dachte an Jeanine. Bestimmt würde sie sich mit mir verabreden, wenn der Altersunterschied nicht so riesig wäre.
„Das ist einfach“, versicherte sie mir, „ich erinnere mich, dass wir das schon mal in einem unserer allerersten Experimente erfolgreich praktiziert haben.“
Sie musste nicht lange auf ihrem Computer suchen, bis sie das Programm mit den Kommandos für eine Verjüngungskur gefunden hatte, und sah sie sich auf dem Bildschirm an.
„Fünfundzwanzig?“ fragte sie mich noch einmal und ich nickte. Ich war fünfundzwanzig gewesen, als ich Zoe kennengelernt hatte, und es war die aufregendste Zeit meines Lebens gewesen.
Sie hatte das Programm schnell neu konfiguriert und verband mich über eine Vielzahl von Kabeln, an denen Sensoren und kybernetische Aktoren befestigt waren mit der Maschine.
Dann schaltete sie die Maschine ein und das Summen und Brummen wurde stärker. Ich spürte ein intensives Kribbeln und auf meiner Haut, das schnell ins Innere meines Körpers wanderte. Leichte Stiche folgten und ich wurde ein bisschen benommen, schloss die Augen und spürte, wie mein Puls schneller wurde.
Nach etwa zwei Minuten verstummte die Maschine und ich öffnete die Augen. Ein roter Schleier von Haaren versperrte mir die Sicht.
„Wow, du bist eine richtige Schönheit“, staunte Tatiana, „lass dich anschauen!“
„Was… zum Geier…?“ stammelte ich noch immer ziemlich benommen.
„Es hat funktioniert“, grinste sie, „du bist jetzt jung und wirklich hübsch.“
„Hübsch war mir nicht so wichtig“, antwortete ich. Meine Stimme klang merkwürdig hoch und ich räusperte mich.
Erst in diesem Moment realisierte ich, was geschehen war! Die Maschine hatte mich jünger gemacht, aber sie hatte mich auch in ein Mädchen verwandelt!
Panisch fuhr ich hoch und starrte auf meine Hände, fuhr mir durch die langen Haare und tastete vorsichtig nach den kleinen Wölbungen an meinem Oberkörper, die plötzlich dort entstanden waren.
In diesem Moment verwandelten sich meine Knie in Pudding und Tatiana konnte gerade noch verhindern, dass ich zu Boden stürzte.
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