In der Geschichte „Botschafterin des Lichts“ lebt die Protagonistin Larissa zwei Leben gleichzeitig – und beide sind anstrengend. Tagsüber sitzt sie im Labor und erforscht Mikroorganismen, die Kommunikation zwischen Bakterien und Pilzen. Nachts und in den frühen Morgenstunden arbeitet sie auf dem Bauernhof ihrer Eltern, den sie nach einem tragischen Unfall vor Jahren übernommen hat. Sie konnte sich einfach nicht dazu durchringen, die Farm aufzugeben – es ist alles, was ihr von ihnen geblieben ist. Ihr Leben ist perfekt durchgetaktet, jede Minute geplant, jede Routine ein Schutzschild gegen das Chaos, das sie verdrängt hat.
Dann trifft sie Thyrrak auf einem ihrer Ausritte durch den Wald.
Eine unmögliche Begegnung
Ein Fremder mit blauer Haut und orangen Augen, groß und einschüchternd – aber nicht feindselig. Thyrrak ist vom Planeten Velqaris und stammt aus dem Widerstand gegen das Regime seines Königs Xervain. Er bringt Larissa die Wahrheit: Die Erde wird gerade von Velqaris aus invadiert. Während überall auf ihrem Planeten das Chaos ausbricht, sitzen sie in einem ruhigen Waldstück und diskutieren über Biologie.
Thyrrak braucht ihre Hilfe – doch nicht, weil sie eine Kämpferin wäre oder über militärische Fähigkeiten verfügt. Er hat erkannt, dass ihre Fachkompetenz der Schlüssel zum Frieden ist. Ihre Forschung über Kommunikationsprozesse zwischen verschiedenen Organismen könnte helfen, die Velqarianer und die Menschheit zu verstehen. In einer Welt, in der zwei völlig fremde Spezies aufeinandertreffen, ist sie genau die richtige Person.
Larissa ist skeptisch. Sie ist keine Heldin – sie erforscht nur „Bakterien und Pilze“, wie sie selbst sagt. Aber Thyrrak sieht etwas in ihr, das sie selbst nicht sieht: das Potenzial, Brücken zu bauen zwischen dem Unbekannten.
Flucht nach Velqaris
Sie verlässt ihren sicheren Hafen und folgt ihm. Das Leben, das sie so mühsam aufgebaut hat, bleibt zurück – der Bauernhof, die Routine, die Kontrolle. Mit Thyrrak gelangt sie auf seinen Heimatplaneten, eine Welt aus violetten Himmelswölbungen und kristallinen Städten, die wie aus einem Traum wirken.
Aber Velqaris ist kein Urlaubsziel. Es ist ein Druckkochtopf voller Untergrundwiderstand und politischem Terror. Larissa taucht in die Rebellenszene ein, schließt sich Rosie an, einer charismatischen Rebellenführerin, die den Traum einer neuen Velqaris trägt. Die beiden Frauen bilden eine unwahrscheinliche Allianz – die eine eine erfahrene Kämpferin, die andere eine Wissenschaftlerin, die noch vor Tagen in ihrem Labor hätte sein sollen.
Das Regime bemerkt sie. Der grausame Berater Qhazul setzt ihr nach, und Larissa erlebt zum ersten Mal die echte Bedrohung: Sie wird gefangen genommen, zum Tode verurteilt. Der Henker steht bereit – bis eine Chance auf Flucht sich auftut.
Revolution und Neuanfang
Die Revolution erfolgreich zu machen war unmöglich – bis es passiert. Larissa spielt eine zentrale Rolle dabei, die Kommunikationsbarrieren zu durchbrechen, zwischen den Rebellen und denen, die noch dem alten Regime anhängten. Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse helfen zu zeigen, dass Verständigung möglich ist. Das Regime kollabiert. König Xervain und sein Berater Qhazul fallen.
Larissa kehrt zur Erde zurück – aber nicht als die Person, die sie verlassen hat. Sie ist jetzt Botschafterin zwischen zwei Welten, eine Architektin des Friedens. Sie verhandelt den Friedensvertrag, stellt sicher, dass die Invasion gestoppt wird und ein echtes Bündnis zwischen Mensch und Velqarianer beginnt.
Doch mit jedem Tag auf der Erde wird ihr klarer: Sie gehört nicht mehr hierher. Der Bauernhof, die kleine Stadt, selbst ihr Labor – es fühlt sich alles zu klein an, zu begrenzt. Auf Velqaris hat sie entdeckt, wer sie wirklich ist. Dort ist ihre Familie.
Sie kehrt nach Velqaris zurück – und nimmt dabei ihr geliebtes Pferd Nero mit sich.
Mehr über die starken Heldinnen in meinen Geschichten findet ihr in dieser Übersicht.






