„Stahlblüten im Drachennetz“ ist ein düsterer Science Fiction um eine Gruppe Turnerinnen, die „optimiert“ werden, um bessere Leistungen zu erzielen.
Als Lena Mertens mit ihrem Turnteam die Einladung nach Shanghai erhielt, schien die Reise ein Traum zu sein: ein hochmodernes Leistungszentrum, Spitzentechnologie für Athletinnen, ein einmaliges Förderprogramm für junge Talente aus Europa. Sechs Turnerinnen – allesamt zwischen neunzehn und vierundzwanzig Jahren – flogen voller Vorfreude in die glitzernde Megacity, bereit, ihre Grenzen zu verschieben.
Das Leistungszentrum hielt, was es versprach. In den ersten Wochen durchliefen sie Behandlungen mit Neurostimulation, Biofeedback und Gentherapie-Protokollen, die ihre Reflexe schärften, ihre Muskelkontrolle verfeinerten und ihre motorischen Fähigkeiten auf ein Niveau hoben, das keiner von ihnen je für möglich gehalten hatte. Lena – die Teamkapitänin mit den langen roten Haaren und einem Willen aus Stahl – spürte die Veränderungen in ihrem Körper wie Strom unter der Haut. Schneller. Präziser. Stärker.
Doch dann, ganz ohne Vorwarnung, schlossen sich die Türen.
Ausreden gab es viele: Ein Datenleck, ein Sicherheitsprotokoll, behördliche Auflagen. Die Handys wurden eingezogen. Die Pässe „zur Aufbewahrung“ einbehalten. Die Außenkontakte gekappt. Und Lena begann zu bemerken, dass die freundlichen Doktoren in weißen Kitteln sie mit anderen Augen betrachteten – berechnend, abschätzend, wie Händler, die ihr Inventar inspizieren.
Als sie zufällig ein verschlüsseltes Gespräch belauschte und einen Begriff übersetzen konnte – „Freudenhaus, Kategorie Premiumware, Lieferung in drei Wochen“ – brach die Welt um sie herum zusammen. Sie und ihre Gefährtinnen waren nicht zu Athletinnen ausgebildet worden. Sie waren aufgewertet worden. Zu einem Produkt.
Was folgt, ist eine Geschichte über Mut, Zusammenhalt und den unbedingten Willen zu überleben. Lena muss ihre neue Stärke nutzen, ohne zu verraten, dass sie Bescheid weiß. Sie schmiedet Pläne im Flüsterton, sammelt Informationen, schmuggelt Botschaften und sucht nach Rissen im System – in der Überwachung, in den Wachen, in der glatt polierten Lüge, die das Zentrum nach außen trägt.
Jede Nacht ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Jede Begegnung mit dem Personal ein Drahtseilakt zwischen Normalität und Panik. Und nicht alle Mädchen glauben ihr – manche klammern sich lieber an die Hoffnung, dass alles gut wird, als der Wahrheit ins Gesicht zu sehen.
Doch Lena gibt nicht auf. Mit Spontanität, Anpassungsfähigkeit und einer Hartnäckigkeit, die selbst ihre Freundinnen manchmal erschreckt, führt sie das Team durch die Schatten von Shanghai – über nächtliche Dächer, durch unterirdische Wartungsgänge, vorbei an Kameras und Kontrollen – auf der Suche nach dem einen Ausweg, der vielleicht gar nicht existiert.
„Stahlblüten im Drachennetz“ ist ein düsterer Science-Fiction-Thriller über Vertrauen und Verrat, über Technologie, die Menschen zur Ware macht, und über die Frage, wie viel Stärke wirklich in uns steckt – wenn wir keine andere Wahl mehr haben, als sie zu zeigen.
Mehr über die starken Heldinnen in meinen Geschichten findet ihr in dieser Übersicht.





