Sternenschuld: Ein unbezahlte Schuld, eine Verwandlung und eine dramatische Flucht.
Als Zoe die Augen öffnete, lag sie auf dem kalten Metallboden der Raumstation Aurelia, gehüllt in einen glänzenden weißen Catsuit, der ihr fremd war wie der eigene Körper. Erinnerungen fehlten, doch ein Gefühl blieb: eine Schuld, so alt und so schwer, dass sie sie bis in die Knochen spürte. Eine geheimnisvolle Stimme, die sich später als Überrest der Wiedergeburtstechnologie einer verschollenen Wissenschaftlerin herausstellte, erklärte ihr, was geschehen war. In einem früheren Leben hatte sie sich mit dem mächtigsten Syndikat der Vereinten Planeten angelegt, dem Nachtmarkt, der mit Drogen und mit Menschen handelte. Dieses frühere Leben war zu Ende gegangen, doch eine uralte, mystische Ordnung verlangte Ausgleich. Also war sie zurückgekehrt, in einem neuen Körper, mit einer einzigen Gabe, die sie aus ihrem alten Leben mitgebracht hatte: die Fähigkeit zu verhandeln, Menschen zu lesen, Worte wie Werkzeuge zu benutzen.
Auf der Suche nach Antworten stieß Zoe auf den Schwarzmarkt des Nachtmarkt-Syndikats und wurde Zeugin, wie eine junge Frau namens Ivy vor den Augen gleichgültiger Käufer verkauft werden sollte. Zoe griff ein, mehr aus Reflex als aus Plan, und die beiden flohen gemeinsam. Was Zoe nicht wusste: Ivys Familie war in ihrem früheren, männlichen Leben Teil genau jenes Handels gewesen, den sie einst mit angestoßen hatte. Die Schuld, die sie tragen sollte, hatte einen Namen, und dieser Name war Ivy.
Um dem Syndikat zu entkommen und mehr über die eigene Vergangenheit herauszufinden, schlichen sich Zoe und Ivy als blinde Passagierinnen an Bord des Frachters Nachtschatten, eines Schmuggelschiffs unter dem Kommando eines zwielichtigen Kapitäns. An Bord lernte Zoe die raue, aber verlässliche Crew kennen, fand in einer Wissenschaftlerin eine unerwartete Verbündete und musste sich gleichzeitig vor der Enttarnung fürchten. Fragmente ihres früheren Lebens kehrten in Albträumen zurück, und mit jedem Fragment wuchs die Erkenntnis, dass sie in ihrem alten Leben kein Held gewesen war, sondern Teil des Problems.
Die Spur führte sie bis in die Hauptstadt Solveg, wo ein hochrangiger Senator seine Finger tief im Handel des Nachtmarkt hatte. Ein Verrat aus den eigenen Reihen brachte Zoe und Ivy in eine Strafkolonie auf dem Wüstenplaneten Kharn, wo sie gezwungen waren, mit anderen Gefangenen einen Aufstand zu planen, um zu überleben. Erst in den Tempelruinen von Ilyra, dem Ursprungsort der Wiedergeburtstechnologie, erfuhr Zoe die volle Wahrheit über ihre Schuld und über das, was von ihr verlangt wurde, um sie zu begleichen. Es war nicht Rache, die sie büßen sollte, sondern Wiedergutmachung.
Zoe musste sich entscheiden: das Syndikat mit seinen eigenen Waffen schlagen, oder einen Weg finden, der weder Ivy noch sich selbst erneut zu Opfern machte. Die Konfrontation mit dem Nachtmarkt und dem Senator im Orbitalpalast über Solveg würde alles entscheiden, was sie über sich selbst, über Schuld und über einen Neuanfang gelernt hatte.
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