Noch eine Transgender-Geschichte, die ich mit Claude geschrieben habe: „Gelbes Leuchten“
Carina ist dreiundzwanzig Jahre alt und fühlt sich in ihrem eigenen Leben wie ein Schatten. In der Disko ignoriert sie ausgerechnet der Mann, in den sie seit Monaten heimlich verliebt ist, und sie fragt sich zum wiederholten Mal, warum sie in einem Raum voller Menschen trotzdem unsichtbar bleibt. Am nächsten Morgen flieht sie an den künstlichen See vor der Stadt, dorthin, wo sie schon als Kind schwamm, wenn ihr Kopf zu voll war. Am Ufer entdeckt sie einen gelben Badeanzug, der im Sonnenlicht wie flüssiges Gold glänzt. Sie weiß nicht, wer ihn dort zurückließ, und sie kann nicht ahnen, dass dieser Fund ihr Leben für immer verändert.
Als sie den Anzug zum ersten Mal anzieht, spürt sie ein warmes Kribbeln auf der Haut. Ihr Spiegelbild verändert sich vor ihren Augen. Eine schlankere Taille, vollere Kurven, lange rote Haare, die ihr bis zur Hüfte reichen. Zuerst erschrickt sie, doch die Neugier siegt über die Angst. In den folgenden Wochen probiert sie immer neue Formen aus, wird mutiger, verändert Größe, Statur und sogar ihr Geschlecht. Sie erlebt die Welt aus fremden Augen und merkt, wie unterschiedlich Menschen sie behandeln, je nachdem, welchen Körper sie gerade trägt. Ihre beste Freundin Zoe gesteht ihr eines Abends, dass sie manchmal am liebsten jemand völlig anderes wäre, weil man sie wegen ihrer Hautfarbe oft wie einen Menschen zweiter Klasse behandelt. Dieses Geständnis bringt Carina zum Nachdenken darüber, wie viel Macht in ihrem Anzug wirklich steckt und wie leicht sie sie missbrauchen könnte.
Zwischen einer zarten Liebesgeschichte mit dem jungen Knox, einer Nacht voller Schuldgefühle in fremder Gestalt und dem Versuch, ein einigermaßen normales Leben weiterzuführen, beginnt sich das Netz um Carina langsam zuzuziehen. Als ihre Verbündete Reina tot aufgefunden wird, offensichtlich ermordet, weil sie zu viel wusste, begreift Carina, dass sie längst nicht mehr allein mit ihrem Geheimnis ist. Ihre Nachforschungen führen sie zu Xavis Genetics, einem Genforschungsinstitut, dessen Name in der Stadt gefürchtet und respektiert zugleich ist. Gemeinsam mit der zurückgezogen lebenden Wissenschaftlerin Judith gräbt sie tiefer und stößt auf Spuren, die weit über einen einzelnen Badeanzug hinausreichen.
Eine dramatische Flucht, ein Verrat aus den eigenen Reihen und eine Konfrontation mit dem mächtigen Institutsleiter Malcalm Xavis bringen Carina an ihre Grenzen. Was sie schließlich herausfindet, stellt alles infrage, was sie über den Anzug, über den Zufall ihres Fundes und über sich selbst zu wissen glaubte. Zwischen Verschwörung, Verrat und der Frage, wem sie noch vertrauen kann, muss Carina entscheiden, welche der vielen Gestalten, die sie inzwischen getragen hat, wirklich sie selbst ist.
Am Ende steht eine Entscheidung, die keine ihrer Verwandlungen rückgängig machen kann, und eine Strandparty am künstlichen See, bei der Carina zum ersten Mal seit Langem genau die Person ist, die sie sein will. Eine Geschichte über Identität, Mut und die Erkenntnis, dass wahre Stärke nicht in einer perfekten Hülle liegt, sondern in dem, was darunter bleibt, wenn der Glanz verblasst.
Tja, manchmal fragt man sich besorgt, ob ein „ganz normaler“ Badeanzug nicht ein extrem gefährliches Dingens in meinem Universum ist…
Mehr über die starken Heldinnen in meinen Transgender-Geschichten und den anderen Büchern.





