Zeitwechsel: Physik, Verwandlung und ein roter Badeanzug
Julian ist vierundzwanzig, hochbegabt und besessen von einer einzigen Idee: Er will die Zeit bezwingen. In einem futuristischen Forschungslabor arbeitet er monatelang an einem Anzug, der Zeitreisen möglich machen soll, einem eng anliegenden, glänzenden roten Badeanzug, gespickt mit Sensoren und Quantenfeldgeneratoren. Niemand glaubt an ihn außer ihm selbst. Als der erste Test endlich beginnt, ist Julian überzeugt, kurz vor dem größten Durchbruch der Menschheitsgeschichte zu stehen.
Doch etwas geht furchtbar schief. Der Versuchsaufbau explodiert in einem grellen Lichtblitz, und als Julian wieder zu sich kommt, ist nichts mehr, wie es war. Er befindet sich fünfzig Jahre in der Zukunft, in einer Welt aus schwebenden Straßen, sprechenden Fassaden und einer Sprache, die sich fremd anhört. Und er steckt in einem Körper, der nicht seiner ist: Er ist eine junge Frau geworden, mit langen blonden Haaren und einem Leben, das er sich nie ausgesucht hätte.
Panik, Verwirrung, Wut. Julian, der sich fortan Julia nennt, weil dieser Name plötzlich zu ihr passt, muss lernen, in einer fremden Zeit und einem fremden Körper zu überleben. Hilfe findet sie in Nathalie, einer aufgeschlossenen jungen Frau, die sie durch die Straßen der Zukunft führt, ihr beim Einkaufen hilft und ihr zeigt, wie man in dieser neuen Welt zurechtkommt. Zwischen Selbstzweifeln und ersten zaghaften Momenten der Akzeptanz versucht Julia verzweifelt, die Maschine zu reparieren und alles rückgängig zu machen.
Dann trifft sie Joe, einen jungen Physiker mit trockenem Humor, der sie versteht, ohne dass sie viel erklären muss. Zwischen den beiden entwickelt sich etwas, das Julia nicht erwartet hat, eine Zuneigung, die ihr neues Leben plötzlich lebenswert erscheinen lässt. Doch die Ruhe trügt. Ein mächtiges Unternehmen hat von der Existenz der Technologie erfahren und beginnt, Julia zu beobachten. Als sie sich weigert, ihr Wissen preiszugeben, wird die Jagd eröffnet.
Eine gefährliche Reise ins Jahr 1968 gibt ihr Hoffnung auf Antworten, doch das Unternehmen ist ihr dicht auf den Fersen. Gefangennahme, eine dramatische Flucht und ein Sprung ins Jahr 2026 folgen, ein Jahr, das Julia kaum wiedererkennt und in dem sie sich neu erfinden muss. Auf der Flucht begegnet sie einer Wahrheit, die alles infrage stellt, was sie über sich selbst zu wissen glaubte.
Am Ende muss Julia eine Entscheidung treffen: zurückkehren zu einem Leben, das nicht mehr zu ihr passt, oder die Frau werden, die sie längst geworden ist. Zwischen einem Konzert unter freiem Himmel im Jahr 2076 und einem stillen Nachmittag an einem künstlichen See findet sie schließlich, was sie nie gesucht hat und doch am meisten gebraucht hätte: sich selbst.
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