‚Gezeitenwechsel‘ erzählt von einer Reise durch Welten und durch die eigene Identität, von einer Freundschaft, die alles überdauert, und von der Frage, wer man wird, wenn die Grenzen zwischen Ich und Anderem verschwimmen.
Kyman ist neunzehn, als er am Strand von Nordholm ein Kleidungsstück findet, das aussieht wie ein Badeanzug, sich aber anfühlt wie etwas völlig anderes. Das Material schimmert in wechselnden Farben, reagiert auf Berührung, scheint fast zu atmen. Obwohl eine leise Stimme in ihm warnt, die Finger davon zu lassen, steckt er den Anzug ein. Zuhause, allein in seinem Zimmer, kann er dem Drang nicht widerstehen, ihn anzuziehen.
In dem Moment, in dem der Stoff seine Haut berührt, verändert sich alles. Eine fremde Präsenz meldet sich in seinem Kopf, eine Stimme, die zu einer jungen Frau namens Nyra gehört, die in einem Paralleluniversum lebt und exakt in diesem Moment denselben Anzug trägt, nur von der anderen Seite aus. Der Anzug verbindet die beiden nicht nur gedanklich. Nacht für Nacht, immer wenn Kyman ihn trägt, verschiebt sich sein Körper ein Stück weiter in Richtung ihrer Gestalt. Morgens kehrt vieles zurück, doch nie ganz. Etwas bleibt.
Kyman versucht zunächst, das Geheimnis zu verbergen, doch die Veränderungen werden zu auffällig, um sie zu ignorieren. Sein bester Freund Sawyir, technikversessen und loyal, bemerkt als Erster, dass etwas nicht stimmt und wird zum einzigen Menschen, dem Kyman vertraut. Gemeinsam finden sie einen Hinweis, ein eingraviertes Symbol im Innenfutter des Anzugs, das sie zu einer verlassenen Forschungseinrichtung führt, dem Institut Kaskade. Dort war einst an einer Technologie gearbeitet worden, die Bewusstsein zwischen Parallelwelten übertragen sollte. Ein Projekt, das offiziell nie existiert hat.
Mit Hilfe der pragmatischen Hackerin Paulina und der zurückgezogenen Wissenschaftlerin Dr. Alina Corvus, die einst selbst an dem Projekt beteiligt war, gelingt es Kyman, den Nexus zu aktivieren, den Zwischenraum, der die Welten verbindet. Von dort aus kann er, geführt von der geheimnisvollen KI ORA, verschiedene Versionen seines Paralleluniversums bereisen und dabei immer wieder Nyra begegnen, deren Bewusstsein untrennbar mit seinem verschmilzt.
Die Reisen führen ihn in Welten, die ebenso faszinierend wie erschreckend sind. In Aurelis, einer verwahrlosten Handelsstadt, gerät er in die Gewalt von Menschenhändlern und wird beinahe auf einer Auktion verkauft, bevor Nyra, aus dem Inneren seines eigenen Bewusstseins heraus, die Kontrolle übernimmt und beide gemeinsam entkommen. In Thalassar, einer von Frauen regierten Ozeanstadt, erfährt er, dass der Anzug dort als heiliges Zeichen weiblicher Macht gilt und dass es viele solcher Anzüge gibt, jeder mit einer eigenen Verbindung, einer eigenen Geschichte, einem eigenen Preis.
Je öfter Kyman den Nexus betritt, desto klarer wird, dass die Verschmelzung mit Nyra kein Zufall war. Beide wurden gezielt ausgewählt, ihre Wellenmuster passten zueinander wie zwei Hälften eines Codes. Am Institut Kaskade wartet ein Geheimnis, das alles infrage stellt, was Kyman über sich selbst zu wissen glaubte, und eine Entscheidung, die er nicht allein treffen kann, weil ein Teil von ihm längst nicht mehr nur er selbst ist.
Das Buch ist bei Amazon erschienen:
Mehr über die starken Heldinnen in meinen Transgender-Geschichten und den anderen Büchern.





