Feuer im Nebelwald: Ein Goldschmied entdeckt eine unheimliche Gabe und muss sich mit anderen Mutanten vor den Jägern des Fürsten verstecken.
Eichenfurt war ein stilles Dorf am Rand der Nebelwälder, und genau deshalb war es gefährlich. Wer hier anders war, verschwand. Kiran war damals ein junger Goldschmied, der im Schein des Schmiedefeuers von dem Leben träumte, das ihm zustand: ein ruhiger Alltag, ehrliche Arbeit und vielleicht die Hand der Händlerin Mariana, die auf dem Markt Stoffe und Gewürze verkaufte und bei der sein Herz jedes Mal stolperte.
Dann kam die Nacht, in der Kiran im polierten Silberspiegel nicht sein eigenes Gesicht sah. Er hatte sich in eine junge Frau mit langen blonden Haaren verwandelt, ohne zu wissen, wie. Er war verängstigt und schockiert, denn er kannte die Geschichten über Absonderliche, die den Frieden der Gemeinschaft gefährdeten. Doch unter der Angst regte sich etwas anderes. Zum ersten Mal passte alles.
Heimlich übte Kiran, schlüpfte in die Gestalten von Greisen, Soldaten und Mägden und blieb immer wieder in der Gestalt der jungen Frau hängen. Schließlich wählte er sie als seinen dauerhaften Körper und nannte sich Lydia.
Ein unbedachter Abend im Wirtshaus, an dem Kiran vor seinem Freund Bohin mit seiner Gabe prahlte, brachte ihm den ersten Ärger ein. Die Rettung kam von einer Unbekannten namens Eirene, die Gedanken lesen konnte und ihn in eine verlassene Mühle führte. Dort traf Kiran andere Mutanten: den unsichtbaren Kade, die Teleportiererin Romadra, die rothaarige Fanny, die Gefühle lenken konnte, und die alte Heidrun, die fremde Willen beugte.
Mit Kade erlebte Lydia eine zarte Liebe, die in einer Höhle voller Glühwürmchen ihren schönsten Moment fand. Doch Fürst Maxwill, ein machtbesessener Herrscher mit panischer Furcht vor allem Übernatürlichen, beauftragte den brutalen Mutantenjäger Kold.
Fanny wurde gefangen und als Hexe verbrannt. Im Dorf zwang eine seltsame Prüfung alle Bewohner dazu, ihre Unschuld zu beweisen. Dann verriet Romadra, getrieben von Angst um ihre Familie, die Gruppe, und Lydia geriet in Kolds Gefangenschaft.
Beim Verhör las Lydia in seinen Augen mehr, als er verraten wollte. Er sprach kaum, doch seine Narben und sein müder Blick erzählten von einem Leben, das viel zu lange gedauert hatte. Lydias Freunde befreiten sie in einer riskanten Nacht, und dabei erfuhren sie die Wahrheit: Kold war selbst ein Mutant, ein Unsterblicher, der seit Jahrhunderten erlebt hatte, wie Menschen und Mutanten gegeneinander ausgespielt wurden. Außerdem hatte er Maxwills Vorfahren einst einen Schwur geleistet, den er nicht brechen konnte.
Nun stand die kleine Gruppe vor einer schweren Entscheidung: fliehen und ein Leben im Verborgenen führen oder sich mit dem Jäger verbünden und die Burg stürmen.
Sie wählten den Kampf.
Gemeinsam drangen sie nach Schwarzfels vor, stürzten den Fürsten und befreiten die Gefangenen. Romadra stellte sich ihrer Schuld, und Heidrun lenkte die Wächter der Burg, bis kein Tor mehr verschlossen blieb.
Das Dorf musste lernen, dass Furcht der gefährlichere Feind war als jede Gabe. Mariana erfuhr Lydias Wahrheit und nahm sie so an, wie sie war.
Am Ende feierten sie am Nebelsee, erschöpft, verwundet und frei. Der Rauch der Feuer war verflogen, und über dem Wasser lag zum ersten Mal Frieden.
Lydia hatte ihren Körper, ihren Namen und eine Familie gefunden, die sie sich selbst gewählt hatte.
13.10.2026:
Das Buch ist fast fertig, doch ihr braucht noch ein wenig Geduld. Momentan lese ich alles gründlich durch, formatiere den Text und merze noch einige Tippfehler aus.
Mehr über die starken Heldinnen in meinen Transgender-Geschichten und den anderen Büchern.





