In dem Kapitel ‚Ein ganz normaler Sommertag‘ aus meiner Geschichte Ungestillte Sehnsucht erlebt Larissa, dass sie im Freibad in ihrem neuen Körper die Blicke aller Jungs auf sich zieht.
Für Dominic und seine Freunde ist ein eine Herausforderung, hübsche Mädchen zu verführen. Natürlich ist Dominic Larissa aufgefallen und er versucht auf seine plumpe und aufdringliche Art, sie zu einem unverbindlichen Abenteuer zu überreden.
Larissa muss feststellen, dass es gut tut, nette Komplinente zu hören, es aber auch unwahrscheinlich nervt, dass viele der Jungs nur ‚das eine‘ von ihr wollen.
Hier eine kurze Lese- und Hörprobe:
Meine Zeit in Bad Seeheim war schneller zu Ende, als ich gedacht hatte. Dr. Landsteiner war mit meinem Fortschritt sehr zufrieden. Ich hatte sehr viel Spaß beim Tanzen gehabt und ich hatte entdeckt, das schwimmen mir ganz besonders viel Spaß machte.
Inzwischen hatten die Sommerferien begonnen und ich beschloss, sehr viel Zeit im Freibad zu verbringen.
Ich war froh, Steffen und Mirita wiederzusehen. Sie hatten mir gefehlt und ich hatte ihnen so viel zu erzählen.
Meine Verabredung mit Steffen war relativ kurz. Er fuhr mit seinen Eltern in Urlaub und war dabei, seinen Koffer zu packen, als ich ihn besuchte, und ich konnte ihm gerade das Wichtigste erzählen.
„Ich bin sicher, in unserem Hotel gibt es WLAN“, meinte er, „und dann können wir wenigstens miteinander über WhatsApp reden.“
So blieb mir erst mal hauptsächlich Mirita, die in diesem Jahr überhaupt nicht in Urlaub fahren durfte, weil ihre Mutter es sich nicht leisten konnte.
„Wir werden es uns richtig gut gehen lassen“, versprach sie mir, „wir holen uns eine Saisonkarte und gehen jeden Tag ins Freibad, chillen, baden und haben unseren Spaß.“
„Gute Plan“, grinste ich, „was macht Mesut?“
„Ach, Mesut fliegt mit seinen Eltern und seinem Bruder in die Türkei“, seufzte sie, „aber wir werden schon eine Weile ohne die Jungs zurechtkommen.“
„Du hast vollkommen Recht.“
* * *
Mirita und ich trafen uns vor dem Freibad, suchten uns einen Platz auf der Liegewiese und zogen uns um.
Noch war nicht viel los. Einige junge Familien hatten sich Plätze im Schatten gesucht und im Kinderbecken plantschten die jüngsten fröhlich herum. Ein paar ältere Leute schwammen ihre Längen ohne dass sie ständig anderen Schwimmern ausweichen mussten und ich bekam sofort Lust, ins Wasser zu gehen.
„Ich gehe eine Runde schwimmen“, sagte ich zu Mirita, „kommst du mit?“
Mirita hatte es sich auf einer Decke gemütlich gemacht und war inzwischen in ein Buch vertieft.
„Später“, meinte sie und ich ging zum Schwimmbecken.
Das Wasser tat gut und ich schwamm ein paar Längen hin und her. Nach meinem Aufenthalt in Bad Seeheim war ich ganz gut in Form und es kam mir vor, als hätte mein neuer Körper Erinnerungen wie man am schnellsten durch das Wasser glitt.
Als ich aus dem Wasser kam, bemerkte ich, dass mir einige der Jugendlichen, die am Beckenrand zusammenstanden, zugesehen hatten.
„Wow, du bist gut in Form“, bemerkte ein Mädchen, „bist du in der Schwimmmannschaft?“
Ein paar der Jungs starrten mich an und es war mir fast ein bisschen unangenehm, obwohl ich wusste, dass ich in meinem Badeanzug eine gute Figur machte.
„Hey meine Hübsche“, sagte einer von ihnen zu mir, „hast du Lust, mit uns abzuhängen?“
„Nein danke, ich bin mit einer Freundin hier.“
„Bring sie doch mit“, antwortete er und grinste, „für ein hübsches Mädchen haben wir immer Verwendung.“
Ich ließ sie ohne eine Antwort stehen. Ich wusste genau, worauf sie aus waren, und ihre Anmache war zu plump, als dass ich darauf reinfiel.
Ich bemerkte Simone, die mit ein paar älteren Jungs nicht weit vom Becken in der Sonne saß. Als sie mich sah, warf sie mir einen giftigen Blick zu und sagte irgendetwas zu Dominic.
Sie ist neidisch, dachte ich, und wollte sie einfach ignorieren.
Mirita hatte uns inzwischen vom Kiosk Cola und was zum Knabbern besorgt und das Buch zur Seite gelegt.
„Es sieht so aus, als hätten dich die Jungs inzwischen bemerkt“, grinste sie, „ich wette, sie werden sich heftig um dich bemühen.“
„Sie haben es schon versucht“, seufzte ich frustriert, „aber ich werde sie schon abwimmeln.“
„Jungs ticken manchmal ziemlich merkwürdig. Viele betrachten Sex als eine Art Freizeitsport, versuchen ihr Glück bei jedem hübschen Mädchen und prahlen vor ihren Freunden damit, wenn sie es geschafft haben, sie flachzulegen.“
„Na ja, da werden wie bei mir wenig Glück haben“, antwortete ich, „dafür stehe ich nicht zur Verfügung.“
Nun wollte auch Mirita ins Wasser und ich schloss die Augen und genoss solange die Sonne. Als ein Schatten auf mich fiel, sah ich Dominic. Er stand neben unserem Lagerplatz und starrte mich an.
„Eine deutliche Verbesserung“, spottete er, „ich wette, du kannst immer noch nicht Fußball spielen, aber das ist jetzt ja egal. Hast du Lust auf einen Quickie in der Umkleide?“
„Mit dir bestimmt nicht“, erwiderte ich kühl, „du bist nicht mein Typ.“
„Da entgeht dir aber was“, antwortete er selbstbewusst, „aber ich hab mir schon gedacht, dass du dich zieren wirst.“
„Zieh Leine!“ zischte ich und wandte mich ab.
„Du bist und bleibst ein Weichei. Jedes normale Mädchen wäre dankbar für die Gelegenheit, ein bisschen Spaß zu haben. Aber irgendwann gehört du mir.“
„Träum weiter!“ konterte ich und er stapfte davon.
Dieser Kerl war einfach unmöglich! Wieso fielen immer wieder die hübschesten und beliebtesten Mädchen auf ihn herein?!
* * *
Mirita kam aus dem Wasser zurück und ich erzählte ihr von Dominic und seinem dämlichen Versuch, mich anzumachen.
„Er ist ein Idiot“, meinte sie, „soll ich Mesut mal fragen, ob er ein paar seiner Freunde zu ihm schickt und ihm eine Lektion verpasst?“
Ich lachte. „Nein, lass das lieber, das ändert sein Benehmen auch nicht. Er ist einfach ein blöder Idiot. Ich weiß nicht, was Simone und Petra an ihm finden, aber das ist nicht mein Problem.“
Wir holten uns am Kiosk Eis und vernichteten es genüsslich. Es war ein perfekter Sommertag und mit Mirita im Freibad zu sein, zu baden und zu reden war einfach toll.
Während ich darüber nachdachte, wie sich mein Leben verändert hatte, seit ich Larissa geworden war, fiel mir etwas ein.
„Mir ist aufgefallen, wie gut ich plötzlich schwimmen kann“, erzählte ich Mirita, „früher war ich nie ein guter Schwimmer und ich bin selten freiwillig ins Freibad gegangen. Vorhin hatte ich das Gefühl, mein Körper würde sich daran erinnern, wie man schwimmt. Ich konnte sogar ziemlich schnell kraulen!“
„Na, das ist doch etwas Gutes“, meinte sie, „vielleicht erinnert er sich auch noch an Mathe und andere nützliche Dinge.“
„Manuel war nie schlecht in Mathe“, antwortete ich, „und daran erinnere ich mich auch noch. Aber es stecken so viele Erinnerungen in meinem Körper, die nicht mir gehören, sondern Maren.“
„Das tote Mädchen, von dem du den Körper bekommen hast?“
„Ja genau. Ich möchte mehr über sie herausfinden, wer sie war, was sie interessiert hat und womit sie sich beschäftigt hat. Und vielleicht finde ich eines Tages den Mut, ihre Familie zu besuchen.“
Mehr über die starken Heldinnen in meinen Geschichten findet ihr in dieser Übersicht.





