‚Archiviert‘ ist ein dystopischer Science Fiction-Thriller.
Im Jahr 2157 ist die Erde überbevölkert. Dürre, Klimaerwärmung und jahrzehntelange Kriege haben die Ressourcen der Menschheit fast vollständig aufgezehrt. Um das Überleben der Gesellschaft zu sichern, hat der Staat ein Gesetz erlassen, das keine Ausnahme zu kennen scheint: Jeder Mensch wird an seinem zwanzigsten Geburtstag archiviert. Offiziell bedeutet das einen schmerzlosen Übergang in eine kontrollierte Ruhephase, die Platz und Nahrung für die nächste Generation schafft. Niemand spricht laut aus, was jeder insgeheim ahnt: Von der Archivierung ist noch nie jemand zurückgekehrt.
Ich bin neunzehn Jahre alt, als mir klar wird, dass ich nicht bereit bin zu gehen. Mein ganzes Leben habe ich innerhalb der Mauer verbracht, die unsere Stadt von der toten Außenwelt trennt. Ich habe gelernt, keine Fragen zu stellen, meine Rationen zu teilen und meine jüngere Schwester zu beschützen, so gut es ging. Ich habe alte Artefakte gesammelt, zerbrochene Erinnerungsstücke an eine Zeit, die niemand mehr kennt, weil sie mir das Gefühl gaben, dass es einmal etwas anderes gegeben hat als diese enge, kontrollierte Welt.
Doch als der Countdown bis zu meiner eigenen Archivierung unerbittlich näher rückt, beginne ich Dinge zu bemerken, die ich vorher ignoriert habe. Dass manche Menschen nie archiviert werden. Dass Reichtum und Ansehen einen Aufschub erkaufen können, den der Rest von uns niemals bekommt. Dass die Gerechtigkeit, von der man uns seit unserer Kindheit erzählt, eine Lüge ist, geschrieben von denen, die selbst nichts zu befürchten haben.
Über einen Kontakt aus dem Untergrund lerne ich einen jungen Systemtechniker kennen, der Zugang zu gesperrten Bereichen des Kontrollnetzwerks hat, und durch ihn einen ehemaligen Wissenschaftler, der einst selbst am Archivierungsprogramm mitgearbeitet hat, bevor sein Gewissen ihn zum Schweigen zwang. Was sie mir zeigen, verändert alles: Die Archivierung ist keine Ruhephase. Sie ist ein Ende. Und sie wird nicht aus Notwendigkeit vollzogen, sondern aus Bequemlichkeit für diejenigen, die das System am Leben erhalten wollen, ohne selbst dafür zu bezahlen.
Als das System beginnt, auch meine kleine Schwester ins Visier zu nehmen, bleibt mir keine Wahl mehr. Gemeinsam mit meinen Verbündeten schmiede ich einen Plan, der so gefährlich ist wie verzweifelt: den Durchbruch durch die Mauer, hinaus in eine Außenwelt, von der man uns erzählt hat, dass sie längst tot sei. Doch je näher der Tag meiner Archivierung rückt, desto mehr wird klar, dass die Frau an der Spitze des Archivierungsrats keine Abtrünnigen duldet, schon gar nicht welche, die die Wahrheit kennen.
Auf der Flucht durch verstrahlte Ruinen und ein verlassenes Atommülllager, das zu einem letzten Zufluchtsort wird, muss ich lernen, dass Überleben mehr bedeutet als nur am Leben zu bleiben. Es bedeutet, für die Wahrheit einzustehen, auch wenn sie die Fundamente der einzigen Welt zerstört, die ich je gekannt habe. Meine Reise ist die Geschichte einer jungen Frau, die sich weigert, zu einer Zahl auf einer Liste zu werden, und die lernt, dass wahre Stärke nicht darin liegt, keine Angst zu haben, sondern trotz der Angst weiterzugehen.
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