Zwischen den Welten ist ein Kapitel aus meiner Geschichte Xenomorph: Die Fremde im Spiegel. Die Protagonistin Gienah kommt als Gesandte von der Erde auf den Planeten Drov 4UI und soll die Herrscherin Cygni treffen.

Eine aufregende Begegnung zwischen Menschen und Außerirdischen:

Am nächsten Tag war es dann so weit. Ein paar von Cygnis Leuten kamen zu uns ins Lager und suchten mich in meinem Zelt auf.

„Die Herrscherin ist bereit, dich zu empfangen“, sagte einer der Männer zu mir.

„Gut“, antwortete ich, „es hat ja lange genug gedauert.“

„Komm mit!“, befahl er ohne auf meine Bemerkung einzugehen.

* * *

Cygnis Männer brachten mich zu ihrem Hovercraft und stießen mich hinein. Dann ging es mit hohem Tempo über die Ebene auf die Berge zu.

Die Festung thronte hoch oben auf einem felsigen Plateau, umgeben von steilen Klippen. Ihre Türme ragten majestätisch in den Himmel, ihre Mauern glänzten im Licht der fernen Sterne.

Als wir uns der Festung näherten, konnte ich ihre Pracht kaum fassen.

In 'Zwischen den Welten' trifft die Protagonistin Gienah auf den Planeten Drov 4UI die Herrscherin Cygni

Das gewaltige Tor wurde von schweren Wachen bewacht. Die Gänge, durch die mich die Männer führten, waren mit prächtigen Teppichen ausgelegt und mit kunstvollen Wandteppichen geschmückt, die die Geschichte von Cygnis Herrschaft und die Legenden des drovianischen Volkes erzählten.

Überall hingen Banner und Wappen, die das Emblem der Herrscherin Cygni trugen – ein Symbol der Stärke und Einheit, das die Bewohner von Drov 4UI vereinte.

Cygnis Männer brachten mich in die große Halle der Festung. Hier versammelten sich ihre Berater und Diener, um ihre Befehle entgegenzunehmen und ihre Pläne zu diskutieren.

„Knie nieder“, flüsterte der Kerl hinter mir und drückte mich mit starken Händen nach unten.

Cygni war eine imposante Gestalt, mit einem kühlen Blick und einer Aura von Stärke und Entschlossenheit. Sie trug ein Gewand aus glänzendem Stoff, dessen Farben im Licht der grünlichen Leuchten schimmerten, und ihre dunklen Augen durchbohrten mich, als ich vor ihr stand.

„Seid gegrüßt, Cygni“, sagte ich zu ihr, „ich bin froh, Euch endlich zu treffen. Wir haben die Botschaft, die ihr gesendet habt, empfangen und ich bin von der Erde hierher gereist, um mit Euch darüber zu reden, mehr zu erfahren und mit Euch eine Lösung des Problems zu erörtern, vielleicht sogar ein Bündnis zwischen Drov 4UI und den Vereinigten Planeten auszuhandeln.“

Die Herrscherin sah mich lange von oben bis unten an, bevor sie schließlich zu sprechen begann:

„Ich sehe, du hast dich äußerlich an uns Drovianer angepasst, und deine neue Gestalt steht dir wirklich gut. Doch du hast noch viel über uns und unsere Sitten und Gebräuche zu lernen. Dass du vor mir knien solltest, hast du jetzt hoffentlich kapiert. Die korrekte Anrede für die Herrscherin ist ‚Majestät‘ oder ‚Cundablwirg‘. Merk dir das gut!“

„Jawohl, Cundablwirg“, antwortete ich, „bitte entschuldigt meine Nachlässigkeit. In unserer Welt gelten demokratische Prinzipien und deswegen habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht.“

„So so, demokratische Prinzipien nennt ihr das“, spottete sie, „in unserer Welt verstehen wir darunter, dass das Volk Entscheidungen trifft und sich selbst regiert. Und doch ist es nicht das Volk, das in eurer Welt regiert, sondern die alten Männer, die über die Vereinten Planeten herrschen wie grausame Despoten, das Volk ausbeuten und sich durch ihre Arbeit bereichern. Ich finde, eine Monarchie ist im Vergleich dazu ehrlicher und die Verantwortung für das Wohl des Volkes wird nicht für persönliche Vorteile missbraucht.“

„Ja, Majestät“, antwortete ich kleinlaut, „in diesem Punkt kann ich Euch nur Recht geben. Die Vereinigten Planeten werden von einer Elite reicher Männer regiert, die nicht immer zum Wohl der Menschen entscheiden. Natürlich finden viele Menschen Arbeit in ihren großen Konzernen, Wissenschaft und Technologie werden gemeinsam weiterentwickelt und davon profitieren unsere Völker ebenso.“

„Und doch leben diejenigen im Elend, die nicht in der Lage sind, zu ihrem Reichtum beizutragen“, entgegnete Cygni und ich konnte den Zorn in ihrer Stimme deutlich wahrnehmen.

Ich widersprach ihr nicht. Sie hatte vollkommen Recht. In Byogoro hatte ich mit eigenen Augen gesehen, wie Arm und Reich in strikt getrennten Welten lebten. Als schwarze Frau in einem der Elendsviertel außerhalb der Metropole zu leben, musste die absolute Hölle sein. Jeder Tag war ein Kampf ums Überleben. Immer wieder wurden Menschen für einen Laib Brot auf offener Straße ermordet und viele junge Frauen mussten ihren Körper verkaufen, um die Rechnungen und die nächste Mahlzeit bezahlen zu können.

„Zehn Milliarden Menschen leben auf der Erde“, bestätigte ich schließlich, „aber eine Handvoll von ihnen besitzen über 97% des Wohlstands. Das ist der Grund, warum wir zu fernen Planeten reisen, um sie zu besiedeln und mit ihnen Handel treiben.

Doch das ändert diese Ungerechtigkeit nicht. Es geht ihnen niemals darum, den Hunger zu stillen, sondern um Gold, Lithium und andere Rohstoffe, die für den Wohlstand weniger benötigt werden. Und dadurch breitet sich das Virus der Ausbeutung und Gewalt nur immer weiter aus.“

„Das hast du gut gesagt“, antwortete sie, „ich wusste, dass du das nötige Mitgefühl und die Leidenschaft hast, um etwas zu verändern.“

Dann wandte sie sich an ihren Hofstaat.

„Ich möchte gerne mit Gienah reden“, sagte sie, „alleine.“

Die große Halle leerte sich schnell und Cygni erhob sich und kam zu mir.

„Ich brauche deine Unterstützung“, erklärte sie mir, „du musst mir helfen, die Wahrheit herauszufinden. Auch bei uns passieren geheimnisvolle Dinge, von denen ich nichts weiß. Es gibt auf Drov 4UI einen uralten Kult, der noch einige Anhänger hat. Ich vertraue ihnen nicht und ich habe den Verdacht, dass sie gegen mich arbeiten. Nimm das Hovercraft, fahre in den Norden und mach dich auf die Suche.“

„Das mache ich gerne, Cundablwirg“, versprach ich ihr, „doch ich habe eine kleine Bedingung. Ich würde gerne meine menschliche Gestalt wiederhaben, wenn ich auf die Erde zurückkehre.“

Sie sah mir in die Augen und lächelte.

„Darüber reden wir später“, antwortete sie, „ich habe das Gefühl, du gewöhnst dich schon langsam an dein neues Leben in deiner neuen Gestalt, und es gibt diesen Jungen, der in deinem Herz einen Platz gefunden hat. Nimm diese Entscheidung ernst und erforsche deine Gefühle.“


Mehr über die starken Heldinnen in meinen Geschichten findet ihr in dieser Übersicht.
 
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Isabella Buchfink

Isabella Buchfink ist ein Pseudonym. Sie schreibt Science Fiction, Thriller und Fantasy-Geschichten. Sie lebt im Süden Deutschlands und arbeitet im Realen Leben in der ungefährlichen Welt der IT. Neue Bücher sind in Bearbeitung und noch gehen ihr die Ideen nicht aus…

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